Digitaler Marktplatz für Unterkünfte

Digitaler Marktplatz für Unterkünfte

(Printausgabe htr hotel revue: 23.03.2017)


23.03.2017

CEO Louis Brauer (links) und Account-Manager Christian Namberger: «Dank OpenBooking behalten Tourismusorganisationen die Fäden in der Hand.» Nora Lehmann
CEO Louis Brauer (links) und Account-Manager Christian Namberger: «Dank OpenBooking behalten Tourismusorganisationen die Fäden in der Hand.»
Nora Lehmann, htr


Mit der Metasuchmaschine OpenBooking vermarkten Tourismusorganisationen die lokal verfügbaren Unterkünfte umfassend, gästeorientiert, technisch ausgereift – und rentabel.

Herr Brauer, Herr Namberger: Worin unterscheidet sich OpenBooking von Booking, Expedia & Co.?

Christian Namberger:
Es geht auch bei uns um „Booking“ – nämlich darum, Buchungen zu generieren. OpenBooking ist keine Buchungsplattform, sondern eine Metasuchmaschine. Tourismusorganisationen, die sich an einen Anbieter binden, werden auf ungesunde Art abhängig. Durch Abhängigkeit und Monopolstellung entstehen Knebelverträge.
Louis Brauer: Heute spaltet sich die Schweizer Tourismusbranche in zwei Lager. Das eine Lager nimmt sehr viel Geld in die Hand, um im Buchungsbereich eine eigene und innovative Internet-Lösung auf die Beine zu stellen. Am Ende eine Insel-Lösung. Das andere Lager hat aufgegeben. Sie gliedern die Vermittlung von Unterkünften an Buchungsplattformen wie Booking oder Airbnb aus. Beide Ansätze sind nachvollziehbar, beide sind aber langfristig zum Scheitern verurteilt. Der erste Ansatz birgt die Gefahr, dass laufend hohe nanzielle Investitionen aufgefressen werden. Zudem muss sich die gesamte Destination langfristig auf diese Insel-Lösung einlassen, damit das Buchungsvolumen stimmt. Der zweite Ansatz scheitert, weil die Destination ihre Beziehung zu den Leistungsträgern verliert. Dank dem Outsourcing steigt zwar das Buchungsvolumen. Aber die Abgaben an die Plattformen sind so hoch, dass unter dem Strich kaum etwas für die Tourismusorganisation und die Leistungsträger übrig bleibt.

Wo setzt OpenBooking an, um den Tourismusorganisationen ihren Handlungsspielraum zurückzugeben?

Brauer: OpenBooking ist ein Marktplatz, auf dem sich Buchungsanbieter und Tourismusorganisation auf Augenhöhe treffen. Wir schaffen die technische Voraussetzung, damit die Tourismusorganisation alle verfügbaren Zimmer ins Schaufenster stellen kann, die sie vermitteln will. Sie erhält volle Entscheidungsfreiheit, Budgetsicherheit und die Hoheit über das eigene Businessmodell.
Namberger: Wir brechen bestehende Monopole auf, die Anbieter stehen untereinander wieder in einem gesunden Wettbewerb. Dank OpenBooking können die Tourismusorganisationen die lokalen Anbieter – vom Hotelier bis zum Ferienwohnungs-, Chalet- oder Berghüttenbesitzer – wieder näher zu sich holen.
Brauer: Da die Tourismusorganisation beliebig viele Buchungsanbieter in ihren Marktplatz aufnehmen kann, steigt die Zahl der buchbaren Unterkünfte – und die Zahl der Reservationen. Mit OpenBooking steigerte Zermatt Tourismus ihre Online-Buchungen um 300%. Mit anderen Worten: OpenBooking ist ein Werkzeug, mit dem sich Geld verdienen lässt.

Wer sind Ihre Kunden? Nur grosse Tourismusorganisationen?

Brauer: Zu unseren Kunden zählen Destinationen wie Crans-Montana und Organisationen wie Zermatt Tourismus oder Valais Wallis Promotion. OpenBooking ist ebenso geeignet für ein kleines Verkehrsbüro wie für eine grosse Organisation.

Sie haben erwähnt, dass sie keine Kommissionen verlangen. Wie sieht Ihr Preismodell aus?

Namberger: Wir arbeiten mit Fixpreisen. Umfangreiche Leistungen wie einfach bedienbare Analyse-Tools, persönliche Beratung und kostenloser Telefon-Support sind darin inbegriffen. Unser günstiges Modell umfasst bereits eine White-Label-Lösung. Man kann jederzeit Buchungskanäle hinzufügen und nahtlos aufschalten. Für spezielle Ansprüche haben wir eine offene Schnittstelle für individuelle Lösungen.

Was unternimmt OpenBooking in Sachen Suchmaschinen-Ranking?

Brauer: Unsere Ober äche ist suchmaschinenoptimiert und jederzeit auf dem neuesten Stand. Wir verzichten auf iFrames. Denn diese werden von Suchmaschinen nicht erkannt. Dass die Unterkunftssuche und das Buchungssystem Teil der Destinations-Website sind, wirkt sich positiv auf das Ranking aus.

OpenBooking arbeitet mit hotelleriesuisse zusammen. Wer sind Ihre weiteren Partner?

Namberger: Zu unseren Partnern gehören neben hotelleriesuisse auch Tomas und Deskline, STC, Interhome, TrustYou, e-Domizil oder Reka. hotelleriesuisse liefert uns die Stamm- und Klassikationsdaten der Schweizer Hoteldatenbank. Diese enthält Informationen zu über 3'600 Hotels. hotelleriesuisse gewährt allen angeschlossenen Betrieben Zugang zu swisshoteldata, egal ob Verbands-mitglied oder nicht.

Wie erlebt der Gast OpenBooking? Welche Informationen erhält er bei der Unterkunftssuche?

Brauer: In der Regel entscheidet sich der Gast zuerst für eine Destination und erst dann für eine Unterkunft. Der Gast gibt einen gewünschten Zeitraum ein, und OpenBooking liefert dann die ganze Palette an freien Betten, vom Bed & Breakfast bis zum 5-Sterne-Hotel. Selbstverständlich kann er die Suche einschränken und nach Typ, Preis, Sterne-Kategorie, Bewertungen und Relevanz ltern. Setzen Tourismusbüros dagegen auf mehrere Buchungsanbieter, muss sich der Gast schon beim ersten Suchschritt für einen Unterkunftstyp entscheiden. Das ist umständlich, schränkt die Auswahl unnötig früh ein und erschwert die Vergleichbarkeit der Angebote.
Namberger: Als Metasuchmaschine funktioniert OpenBooking ähnlich wie Trivago: OpenBooking zeigt die Verfügbarkeiten und Konditionen verschiedener Anbieter an. Der Gast erhält volle Transparenz und Wahlfreiheit. Selbstverständlich ist OpenBooking responsive. Dass der Gast einfach und sicher auf einem mobilen Gerät buchen kann, wird immer wichtiger.

Wo wird die Reise von OpenBooking hingehen?

Brauer: Seit der Gründung vor vier Jahren bauen wir unser Netzwerk laufend aus. Jüngster Partner ist Bed and Breakfast Switzerland. Die Schweizer Bed & Breakfast steigern damit ihre Reichweite, und die Tourismusorganisationen können ein noch vielfältigeres Unterkunftsangebot vermitteln. Von solchen Marktentwicklungen protiert der gesamte Tourismus.



Quelle: Printausgabe htr hotel revue vom 23.03.2017
 htr hotel revue Artikel 20170323 (194 KB)